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Brevet 2008


Das ist wohl immer abwechselnd. Im ersten Jahr hatten wir Regen und Kälte, im letzten Jahr prächtiges Wetter und in diesem Jahr wieder Regen und Kälte. Na, da können wir uns doch Alle auf 2009 freuen J Wir hatten eh nicht mit einer Teilnehmerflut gerechnet, aber 35 Teilnehmer bei dieser Wettervorhersage, das kann sich sehen lassen. Pünktlich zum Start um 8.00 Uhr fing es an zu regnen. Deshalb gibt es auch in diesem Jahr keine Fahrbilder – ich hatte Angst um meine Kamera. Eine Auswahl an Bildern findet ihr in der Galerie.

In diesem Jahr waren nur 6 RSGer dabei. Günter, Olaf, Peter Polizei und Bernd haben ja schon ausgiebige Marathon-Erfahrung. Hartmut, der vor genau einem Jahr seinen ersten Marathon gefahren ist, kann mittlerweile auch schon als alter Hase genannt werden und Manfred, der sich vor einem Jahr noch gar nicht vorstellen konnte, dass er überhaupt Rad fahren kann, schien das alles gar nichts aus zu machen – er ist voll fit. Mir dagegen, ging es Heute gar nicht gut…

Zunächst ging es zwar feucht aber mit Rückenwind nach Kiel. Wie gewohnt haben wir uns in Achterwehr erst alle zusammen gefunden und wie das üblich ist, wollten wir gemeinsam fahren. Die Hoffnung, dass das Wetter „auf der anderen Seite“ besser sein würde, erwies sich nicht und dann wurde es hart. Jetzt ging es nämlich so 100 km immer gegen den Wind. Und Wind und Regen brachten noch eines dazu – Kälte. Dazu gesellte sich das unangenehmste Element der Radfahrer – Platten!!! Als ersten erwischte es Peter, der so klamme Finger hatte, dass er seinen Reifen kaum runter bekam. Danach kam ich nicht  wieder in die Gänge – als ob die Kälte die ganze Kraft rausgesogen hatte. Dazu passte es, dass ich als nächster mit ´nem Platten dran war, aber wie meistens war ich in Rekordzeit fertig. Da kam die (bei Brevets doch eher unübliche) organisierte Pause in Fockbek bei Finisher-Sport doch gerade recht. Andrea, Anna und Oma Lille hatten ein paar belegte Brote und vor allen Dingen heißen Tee für die durchgefrorenen Radler bereit gestellt. Danach ging es mir auch wieder besser.

Wenn die Geschwindigkeit auf 12 Stundenkilometer runter geht und man seinen Nachbarn nicht mehr versteht, dann kommt der Wind als Sturm daher und hat die Radfahrer voll erfasst. Geschlagene zwei Stunden hat unsere Truppe für 40 km nach Albersdorf gebraucht. Und ich hatte mich auch schon wieder erholt. Die Pause hat trotzdem gut getan. Gut, dass es trocken war und wir noch eine Aussicht hatten: Ab Grünenthal, der letzten Möglichkeit mit dem Rad über eine Kanalbrücke zu kommen, sollte der Wind uns nach Hause schieben. Doch immer wieder hielten die Platten uns auf – Sieben waren es insgesamt in unserer Gruppe. Die letzte Pause in Osterrönfeld wurde noch ein Mal zur kurzen Erholung genutzt und zwischen Bokelholm und Brammer kam der Wind noch mal kräftig von vorn. So lange wie lange nicht mehr haben wir für einen 200er gebraucht. Über 10 Stunden und 20 Minuten. Wir waren mit 11 Fahrern die letzte Gruppe im Ziel, Grupetto sozusagen. Aber doch wieder glücklich und zufrieden – geschafft, die Quälerei. In der Grundschule hatten die Mädels den Teilnehmern zum Abschluss eine Nudelsuppe mir Wurst gekocht, die dankend angenommen wurde. Schnell wurde mit angepackt, zusammengeräumt und abtransportiert. Und dann war unser Brevet 2008 schon wieder Geschichte.