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Dieses Erlebnis geht in die Geschichte der
RSG Mittelpunkt als Mega-Event ein.
Ausnahmezustand in der Stadt

  

Das war Nortorf 2008


Samstag 19.07.08
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Vorbereitung

Sonntag 20.07.08
In Nortorf treffen immer mehr Radfahrer und Trialer ein, die Stadt füllt sich sichtbar. Die Ruhe vor dem Sturm.Eine Gruppe der RG Kiel hat am Mittag bereits den Mittelpunkt besucht. An den kommenden Tagen nehmen die Radler aus Kiel an der Nortorfer Radtouren-Woche teil, wie so viele andere Vereine auch. Sie nehmen gerne das Angebot an, die ausgeschildersten Touren zu fahren. Genau so wie die Wanderfahrer der Bundes-Ehren-Gilde, die sich bereits Heute in Nortorf zu ihrer Einsatzbesprechung trafen. Sie wollen gemeinsam Rad fahren, bevor am Wochenende der Gilde-Kongress im Nortorfer Rathaus stattfindet. Jetzt geht es endlich los!

Montag 21.07.08
Zu Beginn unserer Nortorfer Radtouren-Woche zeigte sich das Wetter noch nicht von seiner besten Seite. Trotzdem nahmen am ersten Tag knapp 280 Radler an der Tour Blau zum Bundestreffen teil. Die Gäste aus der Ferne waren da, aber die Schleswig-Holsteiner scheuten wohl das nasse Wetter. Na ja, man kann ja mit diesem Anfang zufrieden sein. Permanente Regenschauer vor dem Start zogen über das Land und hielten viele Einheimische vom Start ab. Um kurz vor Neun gab es noch mal einen richtigen Schauer, doch danach blieb es trocken. Bernd begrüßte die Gäste mit launigen Worten und verabschiedete sie auf die drei Strecken. Das filmte ein Kamera-Team vom NDR und begleitet wurden die Radler von der Krad-Staffel der Polizei. Die Radler und die Polizisten haben prächtig harmoniert und so waren sie schnell in Blumenthal, wo das Depot am Dorfgemeinschaftshaus aufgeschlagen war. Zwei Runden ergaben die 70-km und 110-km-Strecke. Daran mussten sich die Auswärtigen gewöhnen - aber Morgen gibt es neue Schilder. Viele Platten gab es, weil die Straßen noch feucht und schietig waren. Einen Plattenservice hatten wir nicht.

Tagsüber gab es noch ein Begleitprogramm, für alle die nicht Rad fahren konnten oder wollten. Mit 7 Personen ging es mit dem Zug nach Schleswig. Das ist immer wieder erstaunlich, aber selbst bei so einer kleinen Tour waren über 30 Helfer im Einsatz. Aber das war nur für die Radfahrer, auf dem Marktplatz wurden unterdessen die ersten Hindernisse aufgestellt. Das Aufbauteam von Bikes in Motion und die Nortorfer Trial-Crew harmonierten prächtig und arbeiten bis spät in die Nacht hinein. Am Abend gab es dann noch den Treffpunkt im Holsteinischen Haus, zum Klönen und Schnacken.

Ein rundes Programm.

Bilder vom Tag:
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Nortorfer-Radtouren-Woche Tour BLAU
- Rahmenprogramm


Dienstag 22.07.08
Am zweiten Tag der Nortorfer Radtouren-Woche gingen auch die an den Start, die gestern bei dem bedenklichen Wetter gekniffen haben. Das brachte dann bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen 420 Teilnehmer auf die drei Strecken. Heute ging die Tour Rot nach Negenharrie mit zwei Runden über Wankendorf und Flintbek.

Beim Morgen-Appell von Bernd der Schulhof der Grundschule Nortorf deutlich gefüllter. Da die Teilnehmer des Bundestreffens ja (fast) den ganzen Tag Zeit haben und teilweise schon mit dem Rad aus den umliegenden Gemeinden kommen, riss der Strom der startenden Radler nicht ab. Eine Zusammenrechnung um kurz nach 11 brachte dann das Ergebnis von 420 Startern. Oh je, wir hatten nur etwas über 300 Teilnehmer geplant; hoffentlich reicht die Verpflegung. Gut, dass wir alles vor Ort haben und reichlich mitgenommen haben. Vorweg, es reichte. Verhungert oder verdurstet ist Keiner. Jedoch kamen unsere Helfer am Depot in Negenharrie ins schwitzen, im Akkord wurden die Brote geschmiert und die Getränke ausgegeben. Günter als Depot-Leiter hatte alles unter Kontrolle und mit Bodo, Uwe (Schwiegervater von Thorsten), Leo und Wolfgang ("Treue Aushilfen von der RG Kiel") zuverlässige Helfer. Zeitweilig halfen Holger und Bernd am Depot aus.

Am Startort in Nortorf hat die Gruppe Anmeldung alles im Griff. Kim, ihre Freundin Mare und ihr Freund Sascha kümmerten sich um die Voranmeldungen und Andrea und Marion versorgten die Nachmeldungen mit Startkarten. Langsam hat sich die Thematik eingespielt und auch die Teilnehmer werden ruhiger - man gewöhnt sich aneinander. Unten in der Cafeteria hat die Ev. Kirchen-Jugend wieder Stellung bezogen und verpflegt die Teilnehmer mit Kaffee, Kuchen, Brötchen und Würstchen. Dabei "verdienen" sich die Jugendlichen unter der Leitung von Diakonin Silke Kröger einen Zuschuss für ihre in der kommenden Woche beginnende Freizeit.

Am Marktplatz nehmen die Trial-Sektionen Kontur an und so langsam begreifen auch die Nortorfer Bürger, was hier am Wochenende abgehen könnte. Eine Weltpremiere wird die "Sektion Strand" haben. In ein künstlich hergestelltes Bassin werden 40.000 Liter Wasser für einen spektakulären Parcours gefüllt. Wer abrutscht wird nass.Von früh morgens bis spät abends ist das Sektionsbau-Team im Einsatz. Unter Regie von BDR-Fachwart Joachim Will, seinem Vater und NRW-Fachwart Wigbert Zudrop, die alle erfahrene Kursbauer sind, wird die Truppe der RSG Mittelpunkt zu Höchstleistungen getrieben. "Du hast ne tolle Truppe", schwärmte Joachim zu Bernd. Wolle und Hannes, die gemeinsam mit Olli schon seit Monaten am planen sind, werden von Marcel und Gerhard Eck unterstützt. Der Zeitplan steht, trotz der knappen Vorgabe.

Am Abend im Holsteinischen Haus versammelten sich über 50 Radsportler zum Klönschnack. Pastor Frank Conrads las aus einem Buch eine Geschichte vor und trug als Zugabe noch eine Anekdote mit einem Rabbi und einem Pater vor. Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende.

Bilder vom Tag:
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Nortorfer-Radtouren-Woche Tour ROT
- Rahmenprogramm


Mittwoch 23.07.08
Am dritten Tag unserer Nortorfer Radtouren-Woche fanden sich 450 Radler ein, um die Tour Schwarz nach Padenstedt in Angriff zu nehmen. Mit den beiden Runden über Brokstedt und Boostedt kamen wieder die drei Touren über 40, 70 und 110 km zusammen.Geplant wurde mit 300 Teilnehmern; also sind die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Verpflegung reicht noch, personell musste jedoch aufgestockt werden, da sind die letzten Reserven mobilisiert. Thorsten hat seine Familie eingepackt und hat in Padenstedt ausgeholfen und auch Peter opferte seinen freien Tag. Am Depot in Padenstedt hat alles reibungslos funktioniert. Allerdings haben viele Abläufe Routine erhalten. Der Morgen-Appell fiel dann auch relativ kurz aus. Die Polizei hatte die Bitte, dass während der ersten km durch Nortorf, nach Möglichkeit in einer großen Gruppe gefahren wird, damit besser abgesperrt werden kann - das hat sogar geklappt. Die Teilnehmer sind restlos zufrieden.

Am Marktplatz wird es immer bunter. Durch den großen Zeitungsartikel in der Holsteiner Zeitung inspiriert, haben sich Heute viele Nortorfer das Treiben original angeschaut und waren sehr beeindruckt, was da in der Start so alles passiert. Nach dem "Markt" wurde die Bühne aufgestellt und die Aufbauten nehmen Kontur an. Um 18.00 Uhr gab es die Generalprobe für den Nationeneinmarsch. Die Jugendlichen der ev. Kirche schwenkten "Luftfahnen" und die Schüler der vierten Klassen trugen die Nationenschilder durch das Spalier der Fahnenschwenker. Das sieht bestimmt toll aus, wenn am Freitag die Szenerie echt wird. Und das wollt ihr versäumen????

Bilder vom Tag:
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Nortorfer-Radtouren-Woche Tour SCHWARZ
- Rahmenprogramm


Donnerstag 24.07.08
Das Wetter wird immer besser und die Teilnehmerzahlen bei unserem Bundes-Radsport-Treffen steigen weiter. Heute nahmen insgesamt 480 Radler an der Tour Gelb teil, die nach Hohenwestedt führte. Nortorf ist bereit für die große Party am Wochenende. In der Stadt sind die Trial-Sektionen fast fertig und die ersten Nortorfer begreifen erst jetzt, was das für die Stadt und die Region bedeutet. Beim Morgen-Appell von Bernd wurde noch Mal auf den Festabend am Samstag hingewiesen. Dieser schöne Abschluss des Bundes-Radsport-Treffens in der Holstenhalle Neumünster soll ja nicht in der Hand unserer Gäste sein. Wir Schleswig-Holsteiner wollen auch zeigen, dass wir feieren können. Aber da gibt es noch ein paar Defizite.

Morgen wird es besonders heiß. Erst Mal sollen die Temperaturen steigen und dann geht es Schlag auf Schlag. Die Tour Grün nach Jevenstedt steht auf dem Programm, um 18.00 Uhr findet die Eröffnungszeremonie statt und anschließend das Live-Konzert mit Francesco Napoli, die Italienische Nacht und dann kommt der Mitternacht-Radmarathon. Dafür haben die Anmeldestellen direkt ggü. vom Rathaus bereits ab 20:00 Uhr geöffnet.

Bilder vom Tag:
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Nortorfer-Radtouren-Woche Tour GELB
- Rahmenprogramm

 
Freitag 25.07.08
Jetzt häufen sich die Aktionen. Zunächst der Start der Tour Grün des Bundes-Radsport-Treffens, die Bundes-Ehren-Gilde hat ihre ersten Sitzungen, die Trailer inspizieren die Sektionen, die Eröffungszeremonie der Weltjugendsiele, die Italienische Nacht und der Start zum Mitternacht-Marathon. Und das alles bei allerbestem Wetter - als ob der Wettergott uns lieb hat...

Der Schulhof der Grundschule füllt sich gegen 9.00 Uhr, der Morgen-Appell ist zur Tradition geworden. Bernd Schmidt begrüßt die große Gruppe der Cottbuser, die am Donnerstag-Abend angereist ist. Und insgesamt gehen 380 Radler auf die Strecke Richtung Jevenstedt. Viele sind begeistert von der Runde am Kanal entlang, auch wenn dafür ein paar hundert Meter ganz schlechter Belag in Kauf genommen werden muss. Heute waren nicht ganz so viele Teilnehmer unterwegs, weil viele Marathon-Fahrer sich für ihren Ritt durch die Nacht geschont haben. Und die Bundes-Ehren-Gilde hatte ihre eigene Tour.

Um kurz nach 9.00 Uhr traf Bernd die Radler der BEG am Rathaus zur Gilde-Wanderfahrt. 30 Radler fuhren eine kleine Runde über 22 km zum Mittelpunkt. Hier begrüßte Bernd die BEG offiziell in Nortorf und erzählte ein paar Geschichten über den Mittelpunkt, Nortorf und den Verein. Anschließend ging es zum Rathaus, wo wir von Bürgermeister Kühl und Amtsdirektor Staschewski im Atrium empfangen wurden. Bernd hielt die Eröffnungsrede, Dirk Kühl gab eine lyrische Interpretation der Trial-Sektionen von sich und Gildemeister Karl-Heinz Kubas freute sich, dass hier in Nortorf alles so gut klappt.

Im Anschluss an den Stadtempfang hatte Bernd zu einem Pressegespräch geladen. Als Pressevertreter waren Sönke Rother von der Landeszeitung und Achim Dröge von den Kieler Nachrichten dabei, als Gäste konnten Peter Fisch (UCI), Toni Kirsch (BDR-Bundesjugendleiter), Karl-Heinz Kubas (BEG), Dirk Kühl (Stadt) und Bernd Schmidt Auskunft über die gesamte Veranstaltung geben und alle Fragen beantorten. Bernd bedankte sich bei den beiden Pressevertretern für die bereits geleistete Arbeit, denn darüber konnte sich wirklich keiner beschweren, die Presse-Präsenz war gegeben.

Derweil inspizierten die Trialer die gesteckten Kurse in den Sektionen, nachdem sie sich im UCI-Office gemeldet hatten, das von Petra Bouchard und der Familie Fisch aus der Schweiz vorbildlich geleitet wurde; alle Gästen wurden herzlich begrüßt und konnten alle Fragen los werden. So zog sich der Nachmittag hin und bald war es Zeit für die Eröffnungszeremonie auf der Bühne am Marktplatz. Der große Moment, auf den alle hingearbeitet haben. Bernd hielt die Eröffnungsrede und begrüßte die Gäste aus aller Welt in Nortorf. Er lobte die tolle Arbeit des Aufbau-Teams und der Truppe der Radtouren-Woche. Amtsvorsteher Hans Kaack begrüßte für die Region und dann ging es los mit dem Einmarsch der Nationen. Zunächst spielte der Feuerwehrmusikzug Amt Nortorfer Land ein Intro bei dem die Fahnenträger, alles Jugendliche der Kirchengemeinde Nortorf, Aufstellung nahmen. Dann marschierten die Nationen ein, angeführt von den Fahnenträgern der 4. Klassen der Grundschule. Sie nahmen Aufstellung vor und auf der Bühne. Als die Jugend der Welt bereit war, erlärte Peter Fisch von der UCI die Weltjugendspiele für eröffnet.

Dann war es Zeit für die Italienische Nacht, die durch Francesco Napoli eingeläutet wurde (die einzige Enttäuschung des gesamten Wochenendes). Die Gruppe "Voiciblue" hat es dann wett gemacht und es wurde bis in die Nacht gefeiert. Um kurz vor Mitternacht begrüßten Bernd und Dino Dall A`nese vom Hubsteiger aus 18 m Höhe die wartende Menge. Die Einen warteten auf das Feuerwerk und die Anderen warteten auf den Start des Mitternacht-Radmarathons.

Bilder vom Tag:
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Nortorfer-Radtouren-Woche Tour GRÜN
- Rahmenprogramm


Samstag 26.07.08
Weltjugendspiele, eine Bundestreffen-Radtour, der Jahres-Kongress der BEG, die Amtssternfahrt, eine tolle Siegerehrung und ein schöner Festabend - dieser Tag hatte alles zu bieten. Ein großer Tag in der Geschichte des Radsports in Schleswig-Holstein und der größte in den Geschichtsbüchern der RSG Mittelpunkt.

Um 8.00 Uhr begannen die Weltjugendspiele im Fahrradtrial. Rund 100 Jugendliche aus 11 Nationen stellten sich dem Wettbewerb. Zwischen 8 und 16 Jahren waren Jugendliche aus Monaco, Andorra, Spanien, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Belgien, Niederlande, Großbrittanien und Deutschland dabei. Sie alle mussten drei Mal durch die Sektionen auf ihrem festgelegten Parcours fahren. Sektion 1, die von der Sparkasse Mittelholstein gesponsert wurde, war eine Weltpremiere, denn die Strandsektion war der Wunsch der RSG. Dabei wurde ein künstliches Bassin geschaffen in das 40.000 l Wasser gepumpt wurde. In diesem Bassin lagen Steine über die die Biker trocken über das Wasser kamen; wer abrutschte wurde nass. Auf der anderen Seite lagen die Steine im feinen Sand. Wer hier abrutschte, der steckte fest - eine verdammt schwierige Sektion und nur wenige Fahrer kamen mit 0 Fehlern durch. In Sektion 2, gesponsert von der Landesbausparkasse LBS, lagen große, ganz große, mittlere, kleine oder ganz kleine Kabeltrommeln. Unterschiedlich positioniert ergeben sie auch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. In Sektion 3 standen alte Schrott-Autos. Damit man weiß, wo man neue Autos bekommt, wurde die Sektion durch die drei Peugeot-Händler Duitsmann aus Rendsburg, Ernst aus Kiel und Haase aus Neumünster gesponsert. Die alten Autos waren hinterher mächtig demoiliert, aber Hindernisse müssen natürlich überwunden werden. In Sektion 4, die von einigen Nortorfer Unternehmern, dem VHHI und der Provinzial-Vertretung Ingwersen&Drews gesponsert wurde, ging es hoch hinaus, denn auf gestapelten Paletten wurde Steine gelegt; entsprechend hoch war es. Für einige zu hoch, denn zwei Fahrer stürzten ab - gut, dass das glimpflich abging. Sektion 5 bestand aus Landwirtschaftlichem Material und Bahnschwellen und wurde durch Stevensbikes und Jeantex gesponsert. Und in Sektion 6 mussten Beton-Teile überwunden werden, wie man sie aus dem Wasser- und Abwasserbau kennt. Gesponsert wurde die Sektion von Top Logistik, die die Veranstaltung nicht nur finanziell unterstützten, sondern auch für viele Transporte sorgte und zum Auf- und Abbau einen LKW mit Kran samt Fahrer Horst zur Verfügung stellte. Horst war ein Glücksgriff, denn er ergänzte das Team hervorragend und brachte sich voll ein.

Um 9.00 Uhr startete die Bundestreffen-Tour. Noch ein Mal gingen knapp 400 Radler auf die Strecken in das Westensee-Gebiet. Im Laufe des Tages trudelten auch die Sternfahrer aus Schleswig-Holstein und Deutschland ein. Für die Teilnehmer am Bundes-Radsport-Treffen befand sich die Einschreibkontrolle gegenüber vom Rathaus. Hier hatten wir prominente Untertützung, denn die gesamte BDR-Kommission Breitensport war in Nortorf und Gabi Rubin von der BDR-Geschäftsstelle und Heike Badenhop erledigten die Einschreibung der Vereine, während die Einschreibung der Einzelfahrer in den bewährten Händen von Willi und Lille Schmidt lag. Die Ergebnisauswertung der erradelten Kilometer wurde dann am Festabend in der Holstenhalle bekannt gegeben.

Um 10.00 Uhr startete eine ganz besondere Tour; vielleicht sogar eine Weltpremiere. Die Amtssternfahrt, die die 16 Gemeinden und die Stadt Nortorf des neuen Amtes Nortorfer Land miteinander verbinden sollte. Und das Konzept ging genau auf. Nach einem ausgeklügelten Plan stießen unterwegs immer mehr Radfahrer dazu und die Gruppe wurde größer und größer. Letzter Vereinigungspunkt war Eisendorf und ab hier radelten über 1.000 Radfahrer gemeinsam nach Nortorf und fuhren um Punkt 12:00 Uhr durch die Kieler Straße auf den Marktplatz. Das war ein geiles Bild, als ich auf dem Hubsteiger in 20 m Höhe den nicht enden wollenden Strom von Radfahrern, angeführt von der Polizei-Motorrad-Staffel, sehen durfte - unbeschreiblich.

Ebenfalls um 10.00 Uhr begann der Jahreskongress der Bundes-Ehren-Gilde im Rathaus. Berichte, Wahlen und Ehrungen standen auf dem Programm. Der BEG-Kongress, an dem 50 Gildekameraden und Gildekameradinnen teil nahmen, wird traditionell gemeinsam mit dem Bundestreffen veranstaltet. Im letzten Jahr in Bad Sassendorf wurde mit Karl-Heinz Kubas und Hans Marquardt erst ein neuer "junger" Gilderat gewählt und die Arbeit wurde bestätigt. Wolfgang Schoppe, BDR-Vizepräsident Breitensport überbrachte die Grüße des BDR und Amtsdirektor Dieter Staschewski begrüßte die Kongress-Teilnehmer am Mittelpunkt. Das Bundes-Radsport-Treffen 2009 und damit auch der Gildekongress wurde an den Radsportbezirk Kassel nach Bad Arolsen vergeben und 2010 treffen wir uns in Gelsenkirchen.

Es war ein kurzweiliger Tag; jede Menge Zuschauer und Aktionen auf der Bühne und Radfahrer über Radfahrer. Um 14.00 Uhr fand der Fahrrad-Gottesdienst mit der Kirchen-Band statt. Pastor Conrads, der erfolgreich den Mitternacht-Marathon absolviert hatte, hielt eine unterhaltsame Predigt. Eigentlich wollte er das im Mitternacht-Marathon-Trikot machen, aber warum hat er das eigentlich nicht gemacht? Bei den Trialern verzögerte sich das Ende, da es vor Sektion 1 zu einem Stau kam. Viele Fahrer hatten sich die Sektion für das Ende aufbewahrt und so wurde die Siegerehrung mit über einer Stunde Verspätung gestartet. Die Zeremonie hat dann auch fast zwei Stunden gedauert, da alle Teilnehmer geehrt wurden; sie erhielten eine Urkunde und einen Anhänger aus Bleikristall mit innengelasertem Trialer. Die ersten Drei der sechs Klassen erhielten wertvolle und sehr schwere Bleikristall-Skulpturen und der Feuerwehrmusikzug Amt Nortorfer Land spielte die Nationalhymnen der Sieger. Erwartungsgemäß dominierten die Nationen Spanien, Frankreich und Deutschland. Deutschland erreichte drei Titel, wobei die beiden Damen- und Mädchenklassen gewonnen wurden.

Die verspätete Siegerehrung brachte den Zeitplan etwas durcheinander. Denn der erste Shuttle-Bus der Nortorfer Firma Andreßen fuhr um 18.30 Uhr ab Rathaus zur Holstenhalle Neumünster, wo der Festabend des Bundes-Radsport-Treffens statt fand. Da sollte die Siegerehrung eigentlich gerade vorbei sein, doch sie hatte noch nicht Mal begonnen. So ergab es sich, dass der Festabend ohne Ehrengäste eröffnet wurde, weil die ja alle bei der Weltmeisterschaft eingeplant waren. So begann der Festabend etwas unkonventionell, wurde aber dennoch zu einem netten Abschluss. Zum traditionellen Banner-Einmarsch hatten sich die Organisatoren etwas besonderes einfallen lassen. Marcel Jaeger schrieb nämlich eine RSG-Vereins-Hymne (welcher Verein hat schon eine eigene Hymne?!) und unter dem Beifall der 450 Gäste marschierten die Bannerträger, angeführt von den drei "Schmidt-Mädels", vor die Bühne, wo sie ihre Banner in Empfang nehmen konnten. Bernd führte durch das Programm und nach einiger Zeit hatte er sich warmgeredet. Die Tanzrunden wurden genossen. Wer sagt denn, dass Radfahrer nicht tanzen können? Zwischendurch begann die Siegerehrung der erfolgreichen Vereine und so wurde sich langsam an die ersten drei Plätze getastet. In den Siegerehrungspausen spielte das Ebsen-Trio die genau richtige Musik, die Ehrengäste konnten begrüßt werden, BDR-Vizepräsident Fritz von Schulz-Hausmann überbrachte die Grüße des BDR-Präsidiums und Zauberer Jan unterhielt das Publikum. Direkt vor den ersten Drei wurde das Banner symbolisch an den Ausrichter 2009 Bad Arolsen übergeben. In diesem Zuge überreichte Gildemeister Karl-Heinz Kubas die Goldene Ehrennadel der BEG an Bernd Schmidt und übbereichte der RSG Mittelpunkt den Ehrenteller der BEG für die Ausrichtung des Treffens 2008. Platz 3 ging an RK Solidarität Gera und die beiden ersten Plätze wurden wie so oft zwischen der RG Kiel und Wanderlust Salzgitter-Beddingen ausgemacht. Und auch in diesem Jahr musste die RG Kiel den Kürzeren ziehen, obwohl sie mit 51 Radlern anwesend waren. Salzgitter-Beddingen gewann die Wertung zum dritten Mal.

Was war das für ein Tag!

Ein Erlebnis - der Mitternacht-Radmarathon
Eine gespannte Stimmung herrschte bei den Teilnehmern des Mitternacht-Radmarathons. 260 km durch das nördliche Schleswig-Holstein sollten gefahren werden und davon die Hälfte bei Dunkelheit. Im Anschluss an das Feuerwerk wurde um Punkt 0:00 Uhr mit dem letzten Böllerschlag der symbolische Startschuss gegeben.

Die Durchführung war eine Gemeinschaftsaktion vieler Schleswig-Holsteinischer Vereine. Die FT Neumünster sorgte für die Ausschilderung, der RV Schleswig, der RSC Oeversee, RSV Husum und ABC Wesseln sorgten jeweils in ihren Orten für die Depots und der Audax Club S-H verpflegte die Teilnehmer in Hademarschen. An dieser Stelle bedankt sich die RSG Mittelpunkt ganz herzlich für die Unterstützung bei den Vereinen. Dadurch war die Route gegeben. Nortorf - Schleswig - Oeversee - Husum - Wesseln - Hademarschen - Nortorf.

Bereits ab 20.00 Uhr konnte die Anmeldung erfolgen und die Trikots in Empfang genommen werden. Einzige Bedingung war nämlich, dass die Teilnehmer in diesem besonderen JEANTEX-Trikot an den Start gehen. Das hat reflektierende Elemente und ist besonders für Nachtfahrten geeignet. Um 0:00 Uhr ging es los. Das war ein tolles Bild, als sich 220 als sich 220 Teilnehmer, alle im gleichen Trikot, auf den Weg in die Nacht machten. Auf den ersten Kilometern wurden sie von der Polizei begleitet und dann war es dunkel und die Beleuchtungen der Räder mussten alles geben. Für die Nacht wurden die Richtungspfeile extra mit einer reflektierenden Folie beklebt und leuchteten so bei Anstrahlung - absolut ausreichend.

So ging es durch die Nacht zum Kanaltunnel in Rendsburg. Hier wurde allerdings der Fußgängertunnel benutzt. Zum schnelleren Transport wurden beide Rolltreppe abwärts bzw. auf der anderen Seite aufwärts geschaltet. Vielen Dank an die Tunnel-Leitung für die unkomplizierte Aktion. In Rendsburg ging es mitten durch die Stadt, aber soo viel war ja um diese Zeit nicht los. Weiter ging es nach Schleswig, wo die Radfahrer vom RVS in der Polizeistation empfangen wurden. Auf eine Überprüfung der korrekten Ausrüstung der Räder wurde verzichtet :-) Da das Depot zu nachtschlafender Zeit besetzt war, hatten sich Einige mit Nachthemden und -mützen verkleidet. In Angeln wurde es etwas welliger und die nächste Station war im Gemeindehaus von Oeversee, das ja vom Start der RTFs bekannt ist. Gerade zur Nacht wurden viele größere Straßen benutzt und es sollte viel geradeaus gefahren werden. Das Fahren bei Nacht ist schon schwer genug und da soll es nicht durch kleine winklige Straßen erschwert werden. Und so ging es mit einem Richtungswechsel ziemlich gerade nach Husum und somit auch in eine deutlich flachere Topograhie. In Husum machten die Marathonfahrer eine besondere Station bei Werner Woydack zu Hause. Der Vorsitzende des RSV Husum, der extra zum Marathon nach Hause gefahren war, denn er war die ganze Woche über in Nortorf, ließ es sich nicht nehmen, die Fahrer persönlich zu begrüßen. Vereinskollegen und Nachbarn wurden eingespannt. "Wer will, kann sich sogar auf mein Sofa legen oder ich kann auch einen Kakao machen", versprach Werner. In der Südermarsch wurde es ganz flach und in Friedrichstadt wurde die Eider überquert und damit "Deutschlands größte Insel" betreten. Im Zentrum von Dithmarschen liegt Wesseln und im dortigen Gemeindehaus richtete der ABC Wesseln alles für die Marathonfahrer her. Die Location ist fantastisch und die Radfahrer fühlten sich wohl. Weiter ging mit einem Richtungswechsel gen Osten. Leider passierte das, was sehr selten ist - der Wind kam nicht aus West und so blies er den Radlern frisch ins Gesicht. In Hademarschen wurde noch ein Mal  bei der Feuerwehr Station gemacht, die durch den Audax Club betreut wurde. Weiter ging es nach Nortorf, wo die ersten Marathonis gegen 1/4 nach 8 und die letzten gegen 13:00 Uhr ankamen. Alle glücklich, dass sie bei diesem Erlebnis dabei sein durften.

Und es gab sie doch! 5 Radler kamen am Samstag-Abend nach Nortorf, um den Mitternacht-Marathon zu fahren - 24 Stunden zu spät. Sie haben die Internet-Nachrichten auf radsport-sh.de und rsg-mittelpunkt.de nicht gelesen. Dort wurde der Unterschied zwischen Mitternacht 24:00 Uhr und Mitternacht 0:00 Uhr erklärt. Na ja, jetzt wissen sie es auch :-)

Bilder vom Tag:
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Mitternacht-Radmarathon
- Weltjugendspiele
- Marktplatz
- Bundestreffen-Radtour
- Amts-Sternfahrt
- Festabend des Bundes-Radsport-Treffens


Sonntag 27.07.08
Die Einen wollten abreisen und für die Anderen war das Fest noch lange nicht zu Ende. Die Trialer gingen an den 7. Lauf der Norddeutschen Meisterschaft und die Radler hatten noch ein besonderes Erlebnis: Sie fuhren in Gruppen durch den Rendsburger Auto-Kanal-Tunnel. Um 16:00 Uhr gab es die große Aschlusssiegerehrung und dann ging es an das große Aufräumen.

Noch einmal traten 420 Radler in die Pedalen zu einer besonderen Tour. Fahrten im Geschlossenen Verband sind bei uns etwas selten. Aber zum Aschluss des Bundestreffens war das genau das Richtige. In fünf Gruppen wurde gestartet. Gruppe 1 startete genau um 10:00 Uhr. Das war die Gruppe die 110 km im 27er Schnitt fahren wollte. Angeführt von drei RSGern, begleitet von einem Polizei-Motorrad und abgeschlossen von einem Begleitfahrzeug, ging es aus Nortorf raus zum Kanaltunnel in Rendsburg. Gruppe 2 startete um 10:10 Uhr, 70 km im 25er Schnitt, Gruppe 3 um 10:20 Uhr, 110 km im 23er und Gruppe 4, 70 km im 21er Schnitt. Den Abschluss bildeten 75 Radwanderer des Radsportverbandes, angeführt von Willi Schmidt. Nach diesem Zeitplan und den unterschiedlichen Geschwindigkeiten, kamen die Gruppen im 1/4-Stunden-Takt in Westerrönfeld an, wo sie von der Polizei Rendsburg aufgenommen und durch den Kanaltunnel geleitet wurden. Die Polizei hatte dann genug Zeit, um wieder zurück zu fahren und die nächste Gruppe aufzunehmen. Für die Radler ging es dann durch Rendsburg zur Sparkasse Mittelholstein, wo das erste Depot war. Nach genau 15 min ging es weiter, aus Rendsburg raus und zwischen Kanal und Eider Richtung Breiholz. In Lohklint teilten sich die Strecken. Die 70er fuhren zur Fähre Breiholz, wo sich ein weiteres Depot befand und die 110er fuhren zur Fähre weiteres Depot befand, und die 110er fuhren zur Fähre Oldenbüttel, wo diese beiden Gruppen vor der Fähre verpflegt wurden. Der Fährmann war so begeistert, dass er einen Extra-Kringel auf dem Kanal drehte. Das hatte alles prima geklappt. Die 70er fuhren direkt nach Nortorf und die 110er drehten noch eine Schleife um Hanerau-Hademarschen und hatten noch einen weiteren Pausenpunkt in Haale. Beide Strecken trafen sich in Legan wieder und so ging es wieder gemeinsam nach Nortorf zurück. Da die RSGer am Wochenende genug gearbeitet hatten, wollten wir ihnen etwas Stress beim Gruppen führen ersparen und lösten die Gruppen nach der Fähre auf; die Strecke war dann ausgeschildert und jeder konnte so schnell oder langsam fahren, wie er wollte. Die Radwanderer hatten es da einfacher, denn sie sind es gewohnt, in großen Gruppen zu fahren. Sie fuhren nach der Pause in Rendsburg zur Kanalfähre Schacht-Audorf und auf ruhigen und kleinen Straßen zurück nach Nortorf; dabei kamen auch 65 km raus.

Die Trialer führten am Sonntag noch einmal einen Lauf zur Norddeutschen Meisterschaft durch. Mit internationaler Beteiligung, denn einige Teilnehmer der Weltjugendspiele nutzten den zweiten Tag zu einem weiteren Wettbewerb. So starteten 102 Teilnehmer zu einem NDM-Lauf, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete. Um kurz nach 16:00 Uhr fand dann die Siegerehrung statt und Nortorf 2008 war beendet. Was für eine grandiose Veranstaltung.

Und während die Einen auf dem Weg nach Hause waren oder schon auf dem Sofa lagen, ging es für die Anderen munter weiter - denn Aufräumen war angesagt. Alles musste abgebaut, aufgeräumt und wieder einsortiert werden. Die meiste Zeite und den größten Aufwand bedeutete der Abbau der Sektionen, da nicht alles sofort abtransportiert werden konnte. Was innerhalb von vier Tagen und Nächten aufgebaut wurde, ist innerhalb von fünf Stunden wieder abgebaut und zumindest zusammen gestellt. Über 30 Helfer packten mit an und so waren wir schneller als erwartet fertig. Der harte Kern machte noch bis 22:30 Uhr weiter und ließ den Abend bei Dino ausklingen - was allerdings bis nach 2:00 Uhr dauerte - man soll ja seinen Rhythmus nicht so schnell ändern :-)

Am Montag ging es früh weiter. Der Campingplatz musste aufgeräumt und am Abend abgeflattert werden. Die Schule musste aufgeräumt werden, zum Glück können wir das Material in einer Schul-Garage zwischenlagern. Die Plakate und Wegweiser mussten wieder eingesammelt werden und auf dem Marktplatz gaben sich die LKWs die Klinke, da Gatter und Equipment wieder abtransportiert wurden. Gegen 17:00 Uhr herrschte wieder komplett freie Fahrt am Marktplatz. Am Dienstag wurde dann das Office aufgelöst. Damit ist die Arbeit zwar noch lange nicht vorbei, aber zumindest sichtbar erledigt.

Bilder vom Tag:
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Norddeutsche Trial-Meisterschaften
- Tunnel-RTF
 

Video (youtube):
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Bundes-Radsport-Treffen

- Kanaltunnelfahrt



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